14.07.2012, Burg

Roland Stauf: Lange Nacht der Chöre. Tolle Atmosphäre, Gänsehaut und tosender Applaus, in: Volksstimme, v. 17.07.2012. (online) pdf

Die erste Lange Nacht der Chöre in Burg ist Geschichte. Über 230 Mitwirkende fesselten ihr Publikum bis kurz vor Mitternacht.

Burg: Viele der Besucher hatten so etwas nicht für möglich gehalten. Dass das in Burg zu erleben ist! Acht Chöre, Solisten und Autoren zeigten in dem rund fünfstündigen Programm zur Freude des Publikums Ausschnitte aus ihrem Repertoire. Den Auftakt bildete nach dem Eröffnungslied "Viva la musica" und dem Dank an die Sponsoren und an den Schirmherren der Veranstaltung, die Kreissparkasse Jerichower Land, der furiose Auftritt des Chores der Burger Pestalozzi-Schule. Die Schüler sangen vor allem Lieder aus dem Musical "Drei Wünsche frei", das kürzlich in der Stadthalle aufgeführt worden war. Frische, unbekümmerte Kinderstimmen und ein Engagement der Beteiligten, die die Zuversicht nähren, in der Kreisstadt muss einem um den musikalischen Nachwuchs nicht bange sein. Zwar hatte der Pestalozzi-Chor die kleinsten Sänger des Abends, dafür war er aber mit 44 Mitwirkenden der größte - noch größer als der Burger Volkschor, der zu dem Ereignis eingeladen hatte.

Weiter ging es mit dem Jugendchor des Europagymnasiums Gommern mit einem Repertoire aus Filmmusiken und internationalen Liedern. Schöne Mädchen- und eine Knabenstimme!

Ein völlig anderes Klangbild bot der Frauenchor aus Rathenow mit spanischen Gesängen, Jagd- und Volksliedern. Ein kurzer Textvortrag des Jerichower Autors Wilfried Zacke über die Musikanten Phil und Sophie und die Verwechslung mit Philosophie gab dem künstlerischen Leiter des Burger Volkschores, Jürgen Töpfer, der zusammen mit Heiner Jäckel durch das Programm führte, Zeit, auf die Entwicklung der freundschaftlichen Beziehungen zum Rathenower Frauenchor einzugehen.

Der Gospelchor aus Lostau begeisterte ebenfalls das Publikum, das schon nach den ersten Takten rhythmisch mitklatschte. So machte der Chor mit seinen bescheidenen Mitteln viel Gutes und brachte Schwung ins Kirchenschiff. Einen ersten, herausragenden Hörgenuss bot der Chor "CantART", der aus Halle angereist war. "Stücke zum Abend und zur Nacht" nannte er seine Darbietungen. Stark die Modulationen, die die zartesten Klänge über das voll besetzte Gestühl trugen. Kein Rascheln, kein Räuspern, das Publikum war fasziniert und stand am Ende heftig applaudierend und ließ die Hallenser nicht ohne Zugabe ziehen. "Schlaf, Kindlein, schlaf - so etwas Einfaches, und so toll gemacht", freute sich Thurid Winkler, eine Dame auf einem der vorderen Plätze.

Mit solistischen Darbietungen konnten die Sängerin Lisa Ziem, mit der Gitarre begleitet von Steffen Kujus, und die Pianistin Kathleen Doegen musikalische Farbtupfer ganz anderer Art in das Chorprogramm einbringen. Die Autorin Ursula Maria Djaschi aus Schermen las ein Stück aus ihrem Buch "Im Osten". Impressionen einer Reise, die einen Essener Kirchenchor gleich nach dem Mauerfall in eine ostdeutsche Partnergemeinde führte. Rolf Winkler, der Gommeraner Fotograf und Autor, bot ein kleines Spektrum seiner vielen eindrucksvollen Haiku. Dies alles noch, bevor der Magdeburger Frauenchor in bewährter Weise das Publikum verzauberte.

Danach kam es zu einer Premiere: Aus dem Burger Volkschor hatte sich ein Doppelquartett herausgeschält, sang bei seinem ersten Auftritt vortrefflich und leitete zum abschließenden I-Tüpfelchen des großen Ereignisses über: dem Auftritt des Burger Volkschores. "My Lord, what a morning" - Gänsehaut und Hochgefühle. Erneut Standing Ovations in der nahezu noch vollbesetzten Kirche. Insgesamt eine Veranstaltung, die in ihrer Vielfalt ihresgleichen sucht. Da ging es nicht darum, in einem Wettbewerb zu gewinnen, sondern dem Publikum etwas zu bieten, ganz gleich in welcher Kunstgattung - ob musikalisch, literarisch oder auf dem Gebiet der Bildenden Kunst, wie es Hans-Georg Dräger mit seiner begleitenden Ausstellung "Burger Impressionen" tat. "Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen", ließ Goethe seinen Theaterdirektor sagen. In diesem Falle scheint dies gelungen zu sein. Zum Nutzen der Burger Gruppe von Netzwerk Leben, die die Hälfte der Erlöse erhält.

Jürgen Töpfer am Tag nach dem großen Konzert: "Es war eine überaus gelungene Veranstaltung, die vor allem der guten Qualität der Chöre und dem wunderbaren Publikum zu danken ist. So hatten wir eine ganz tolle Atmosphäre, in der das Konzert stattfand. Die lange Vorbereitungszeit hat sich bezahlt gemacht. So ist es uns gelungen, einen Pflock einzuschlagen. Grund, über eine Chornacht 2013 nachzudenken."

Steffen Reichel: Premiere für "Lange Nacht der Chöre", in: Volksstimme, v. 01.06.2012. (online) pdf

Erstmalig soll in Burg eine "Lange Nacht der Chöre" stattfinden. Fünf Stunden Chormusik und Begleitprogramm sind für den 14. Juli in der St. Johanneskirche geplant.

Burg: Chorkonzerte stoßen in Burg regelmäßig auf großen Zuspruch des Publikums, egal ob Frühlingssingen, Rathauskonzerte oder die traditionellen vorweihnachtlichen Darbietungen. Diese guten Erfahrungen sind für den Burger Volkschor und seinen Dirigenten Jürgen Töpfer die Basis für ein anspruchsvolles Projekt: Die "Lange Nacht der Chöre", die am 14. Juli von 19 bis 24 Uhr stattfinden soll. Ort des Geschehens ist die katholische Kirche, die sich bereits vielfach als "Konzertsaal" bewährt hat.

Zu einem Vorgespräch trafen Projektleiter Jürgen Töpfer und Heiner Jäckel vom Burger Volkschor am Montag mit Diakon Klaus Lange von der katholischen Kirchengemeinde sowie Eckart Grundmann und Lutz Lapke von der Sparkasse Jerichower Land zusammen. Die Sparkasse als Sponsor wird es ermöglichen, dass für die "Lange Nacht der Chöre" mit 250 Mitwirkenden kein Eintritt erhoben werden muss. Die Zuhörer werden allerdings um eine Spende gebeten. "Die Hälfte des gespendeten Geldes wird der Burger Gruppe von Netzwerk Leben zugute kommen, die andere Hälfte ist für die Deckung der Unkosten bestimmt", so Jürgen Töpfer. Diakon Lange sagte die Unterstützung von Mitgliedern der Kirchengemeinde und insbesondere der Gruppe "Netzwerk Leben" bei der Vorbereitung und am Konzertabend zu. Und die Sparkassenvertreter wollen nicht nur für die finanzielle Absicherung der Konzertnacht sorgen, sondern mit entsprechender Werbung in den Filialen dazu beitragen, dass sich die St. Johanneskirche am 14. Juli nach Möglichkeit bis auf den letzten Platz füllt.

Jürgen Töpfer ist sich sicher, dass eine "Lange Nacht der Chöre", die es bereits ein einigen Städten regelmäßig gibt, auch in Burg beim Publikum gut ankommt und nicht nur eingefleischte Fans der Chormusik anlockt. Denn am 14. Juli wird es nicht nur Chormusik geben. Auf die Besucher wartet unter anderem auch eine Ausstellung. Und während der fünf Stunden dauernden Chornacht besteht für die Gäste auch die Möglichkeit, sich mit Speisen und Getränken zu stärken.

Höhepunkte des Programms werden unter anderem die Auftritte des Kammerchores "CantArt" aus Halle und des Magdeburger Frauenchores sein. Außerdem wirken der Chor der Burger Pestalozzi-Schule, der Jugendchor Gommern, der Frauenchor Rathenow, der Gospelchor Lostau und natürlich der Burger Volkschor sowie Instrumentalisten mit.