10.10.2010, Eilenburg - St. Nicolai

Wolfgang Hirsch: Sänger preisen das edelste der Gefühle. Kammerchor CantArt Halle überzeugt in der Nikolaikirche mit seinem Können, in: Leipziger Volkszeitung, v. 12.10.2010. pdf

Eilenburg. Nicht zum ersten Mal holte die Eilenburger Kantorin Lena Ruddies den Hallenser Kammerchor CantArt zu einem Auftritt in die Muldestadt. Bereits 2006 lieferte der A capella-Chor überzeugende Proben seines Könnens in der Kirche Sankt Nikolai ab. Getreu dem Namen des Klangkörpers pflegen rund 20 Absolventen der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik in Halle unter der künstlerischen Leitung von Oliver Burse die edle Sangeskunst. Seit 2001 leitet er das Ensemble. Mit sparsamen, aber präzisen Handbewegungen führt er die Sängerinnen und Sänger.

14 bestritten am Sonntag ein abwechslungsreiches Programm der Sonderklasse. Zu hören waren diesmal andere Werke als vor vier Jahren. Mit Teilen daraus überzeugten die Sänger bereits beim 8. Deutschen Chorwettbewerb im Mai in Dortmund. Mit dem Titel „Preis der Liebe” sei nicht etwa gemeint, dass Liebe käuflich sei, wurde erklärt, sondern es ging den Musikanten darum, dieses edelste der menschlichen Gefühle mit ihrem Gesang zu loben und zu preisen.

Zu diesem Zweck griffen sie auf anspruchsvolle sakrale und weltliche Chorsätze aus Renaissance, Romantik und von Meistern des 20. Jahrhunderts aus ganz Europa und Übersee zurück. Einschlägige Bibelstellen, Texte von Dichtern der Antike, der Renaissance wie auch der Romantik und der Gegenwart näherten sich in vielfaltigen .Ausdrucksformen den Leiden und Wonnen dieser schönsten und tiefsten aller menschlichen Beziehungen. Ein hochkarätiges Programm zu einem allseitig interessierenden Thema also, das hohe .Anforderungen an die Interpreten stellte. Aber singen können die sieben Damen und sieben Herren vortrefflich. Wen wundert es also, dass sie die Zuhörer in der voll besetzten Chorkirche von Sankt Nikolai auf Anhieb überzeugten.

Oliver Burse, Dozent an der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik in Halle, formte aus vielen hervorragenden Einzelstimmen einen Chor, der vor allem in der Homogenität seines vielstimmigen Klanges beeindruckte. Intonation, Präzision der Einsätze, aber auch Textverständlichkeit und Beweglichkeit der Stimmen, je nach Erfordernis der musikalischen Vorlage, passten einfach. „So wie die singen können. das schaffen wir niemals. da können wir nur staunen”, meinte ein lang gedienter Eilenburger Chorsänger am Ende der Veranstaltung.

Im Ganzen ein Sonntagnachmittag, an dem zwischen Publikum und Sängern der berühmte Funke sofort übersprang. Ehrensache, dass sich die Sängerinnen und Sänger aus der Saalestadt noch zu einer Zugabe „überreden” ließen.