28.09.2013, Burg

Roland Stauf: Lange Nacht der Chöre - Ein Ereignis, das weithin ausstrahlt, in: Volksstimme, v. 01.10.2013. pdf

Lange wurde sie vorbereitet - die Lange Nacht der Chöre 2013. Die Erfahrungen aus der ersten Veranstaltung dieser Art, die im vergangenen Jahr mit unerwartet großem Erfolg stattfand, flossen ein. Und jetzt ist die zweite Lange Nacht der Chöre schon Geschichte. Und was für eine!

Traditionsgemäß nach dem Abendleuten der Burger Kirchenglocken und den üblichen Höflichkeiten eröffnete der gastgebende Burger Volkschor mit "Viva la musica" den Sängerreigen, für dessen furiosen Auftakt der Chor der Burger Pestalozzi-Schule sorgte. Sogar den "Meister Nadelöhr" hatten die Knirpse drauf und allerlei Lieder einer Reise durch Europa. Auch Gommerns Jugendchor zeigte, welches sängerische Potenzial unter Jugendlichen zu finden ist, wenn man es richtig anpackt.

Einen Akzent der ganz besonderen Art setzte der Burger Projektchor. über 70 Choristen und Solisten aus dem Chor der Pestalozzi-Schule, dem Jugendchor Gommern und dem Burger Volkschor im Alter zwischen 7 und 81 Jahren sangen "We Are the Children of the World" und ernteten donnernden Beifall. Toll auch der Vokalkreis des Telemann-Konservatoriums Magdeburg, der mit erfreulich schönen Männerstimmen und Sängern aufwartete, die auch solistisch so viel drauf hatten, dass sie dem Programm einen bunten Tupfer gaben. Kathleen Doegen, Medizinstudentin und Absolventin der Detershagener fun-Musikschule, erfreute mit einem Stück von Händel das Publikum, bevor der Zerbster Gospelchor seinen großen Auftritt hatte. Die Sänger fühlten sich offenbar wohl in der katholischen Kirche. Ihr Gesang überzeugte nicht nur stimmlich, sondern auch durch die Art der Darbietungen.

Dann musste der künstlerische Leiter des Burger Volkschores, Jürgen Töpfer, der zusammen mit dem Vereinsvorsitzenden des Chores, Reiner Jäckel, den Abend moderierte, bekanntgeben, dass die Gitarristin Kristina Reichel erkrankt ist. So blieb Jana Grams nur das Playback als Begleitung ihrer Solodarbietung.

"Carmina mundi" ist ein Projektchor aus Mitgliedern, die aus ganz Sachsen-Anhalt kommen. Was sie zu bieten hatten, war hochklassiger Chorgesang internationaler Literatur. "Down by the Riverside" zum Beispiel, ließ das Publikum tüchtig mitmachen.

Zu fortgeschrittener Stunde traten die Lantemicker Männersänger auf, Vertreter der Burger Partnerstadt Gummersbach, die auf amüsante Weise allerlei Männertypisches besangen. Da hielts das Publikum nicht mehr zurück. "Bravo" und "Zugabe" riefen die Leute.

Dann das Gegenstück zu den rustikalen Männersängern: Cant Art aus Halle. Sie zeigten ihre Klasse mit barocken und Renaissance-Liedern voller Zartheit und doch stimmgewaltig. Dass ihr Beifall nicht so großartig war wie im letzten Jahr lag wohl daran, dass die Leistungsdichte der diesjährigen Chöre so erfreulich zugenommen hat, dass die Unterschiede keine so deutliche Rolle spielten. Das war dann auch zu spüren, als das um zwei Sängerinnen verstärkte Doppelquartett des Burger Volkschores das Finale des Abends einleitete.

Das Publikum war davon begeistert und am Ende auch davon, was der Burger Volkschor zu bieten hatte. Er sang mit großer Disziplin, mit Spaß und Witz, so dass die Leute in der zu später Stunde noch immer nahezu vollen Kirche ihre Freude hatten, nicht mit Applaus sparten und nach einem langen, aber perfekten Abend voller Musik glücklich und erschöpft nach Hause gingen. Was bleibt, ist abzuwarten. Fest steht jedoch, dass in Burg ein Kulturereignis platziert wurde, das an Ausstrahlung gewonnen hat, mit der nicht zu rechnen war.

Was die Qualität betrifft, hat es einen Ruck gegeben. Anzunehmen ist, dass dieses Ereignis einen festen Platz im Burger Kulturkalender bekommt, wenn die Kräfte der Organisatoren reichen.

Burger können sich auf sechs Stunden Kultur freuen. Zweite "Lange Nacht der Chöre". Künstlerischer Leiter des Burger Volkschores verspricht Musik vom Feinsten, in: Volksstimme, v. 27.07.2013. (online) pdf

Die Vorbereitungen zur zweiten "Langen Nacht der. Chöre" erreichen nun langsam ihren Höhepunkt. Jetzt trafen sich die Organisatoren mit den Sponsoren in der katholischen Kirche, um die Öffentlichkeit über das Ereignis zu informieren, das am 28. September stattfinden wird.

Norbert Dierkes, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Jerichower Land, erinnert sich gern an die erste "Lange Nacht der Chöre" vor einem Jahr: "Stimmungsvolle und abwechslungsreiche Chormusik. sorgte für eine lockere Wohlfühl-Atmosphäre, die man in einer Kirche nicht vermutet. Gern übernehmen wir, die Sparkasse Jerichower Land, erneut die Schirmherrschaft über die zweite Lange Nacht der Chöre. Als Hauptsponsor sind wir davon überzeugt, dass diese Veranstaltung wieder ein voller Erfolg wird und wesentlich zur Bereicherung des kulturellen Lebens der Stadt Burg beiträgt./p>

Wie Jürgen Töpfer, künstlerischer Leiter des Burger Volkschores, erklärte, werden von 18 Uhr bis Mitternacht über 230 Sängerinnen, Sänger und Instrumentalisten auftreten. "Auch diesmal wird dem Publikum eine breite Vielfalt chorischer Genres geboten: Vom Kinderchor, über Gospel- und Männerchor bis hin zum traditionellen gemischten Chor gibt es sechs Stunden Chormusik vom Feinsten. Die Ensembles kommen aus Halle, Magdeburg, Zerbst, Gummersbach, Gornmern und aus Burg. Mit dabei auch der Projektchor "carmina mundi" des Landeschorverbandes Sachsen-Anhalt.

Instrumentale Intermezzi von Schülern und Absolventen der fun-Musikschule Detershagen soll es geben, die das Festival des Chorgesanges um einen weiteren Farbtupfer bereichern werden.

Der Kammerchor CantART aus Halle begeisterte im vergangenen Jahr in Burg das Pubklikum. Auch am 28. September wird er wieder dabei sein. Foto: Roland Stauf

Die Organisatoren verweisen auf einen besonderen Höhepunkt: Mit Spannung darf man den Auftritt des extra für diese Veranstaltung zusammengestellten Projektchores erwarten, der aus Mitgliedern des Kinderchores der Pestalozzi-Schule, des Jugendchores Gommern und des Burger Volkschores besteht und im besten Sinne generationsübergreifend mit allen Solisten gemeinsam musizieren wird.

Zwei Ausstellungen werden der Veranstaltung einen bildnerischen Rahmen geben. Zum einen sind Arbeiten von Schülern des Burger Roland-Gymnasiums unter dem Thema "Bildzitate" zu sehen. Zum anderen präsentiert sich der Förderverein der Pestalozzi-Schule mit Bildern und Ergebnissen der musikalischen Projektarbeit. Und die Burger Stadtbibliothek "Brigitte Reimann" wird einen musikalisch-literarischen Flohmarkt veranstalten. Natürlich wird es auch wieder eine gastronomische Versorgung geben, denn bei einer so langen Veranstaltung braucht man schon diese oder jene Erfrischung.

Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird allerdings gebeten. In diesem Jahr wird die Hälfte des gesamten Spendenerlöses dem Förderverein der Pestalozzi-Schule zugute kommen, der das Geld zur Weiterführung der musikalischen Projektarbeit an der Schule nutzen wird. Das Programmheft zur "Langen Nacht der Chöre 2013" wird gegenwärtig hergestellt und demnächst zu haben sein.